Dark Forest
Kassettendeck. Diary. Somethin' about me. Gästebuch. Kontakt. Abonnieren.
Silvester.

einunddreißigsterdezemberzweitausendundneun.

Der letzte Tag in einem unglaublich schnell vergangenen Jahr. Ich denke gerade darüber nach, was ich dieses Jahr alles erlebt habe, über die schönen und nicht so schönen Dinge. Über Menschen, die mir lange Zeit ziemlich wichtig waren, die ich aus den Augen verloren haben. Wie wir uns voneinander entfernt haben, weil wir uns verändert haben.

Einen Freund von mir, der lange Zeit eine der wichtigsten Personen in meinem Leben war, ist mir heute morgen beim Einkaufen begegnet. Er hat mir in die Augen geschaut, ist an mir vorbei gegangen und hat nicht einmal "Hallo!" gesagt.

Vor dieser Begegnung heute haben wir uns das letzte mal in den Sommerferien gesehen. Im Frühjahr waren wir mit 10 anderen in Taizé. Wir haben uns ziemlich schnell gut verstanden, immer besser, nie wirklich darüber geredet, uns schließlich dreimal in der Woche getroffen und Gitarre gespielt und gelacht und über belanglose Dinge unterhalten. Er hat schnell einen wichtigen Platz irgendwo in mir drin eingenommen, ich konnte kaum mehr auf ihn verzichten, hat er einmal abgesagt, wurde ich den Menschen um mich herum gegenüber aggressiv oder verzog mich traurig zurück. Unbemerkt ist er unersetzlich für mich geworden. Zu einer der wichtigsten Personen in meinem Leben. Mehr als drei Tage ohne ihn habe ich kaum ausgehalten, habe ich längere Zeit nichts von ihm gehört, bekam ich Sehnsucht und malte mir die wildesten Geschichten aus.

Wir haben nie über unsere gegenseitigen Gefühle geredet. Für mich war klar, dass er weiß, wie es in mir aussieht, ich hatte mich nie bei jemandem so verstanden gefühlt. Für mich war klar, dass er genau so fühlt, durch die Art, wie er mich in den Arm genommen hat und angesehen hat und mit mir gesprochen hat. 

Monatelang haben wir uns jeden zweiten Tag gesehen. Monatelang habe ich nur an diese eine Person gedacht, schließlich kamen die Ferien, ich fuhr weg und er musste arbeiten. Nur zwei Wochen, in denen wir uns nicht gesehen haben, änderten ziemlich alles, die Gefühle, die Art, mit der wir miteinander sprachen. Ich habe das ignoriert. Ich habe das naiv damit begründet, dass zwei Wochen eine lange Zeit sind, dass wir uns wieder aneinander gewöhnen müssen.

Weniger als einen Monat nachdem ich wiedergekommen war, erzählte er mir, während wir auf meinem Bett lagen, dass er eine Freundin habe. Seit gestern. Ich weiß nicht mehr, was exakt ich in dem Moment gedacht, gefühlt, wahrgenommen habe. Ich weiß nur noch, dass ich ihn angelächelt habe, gesagt habe, dass ich mich für ihn freue und dann angefangen habe zu weinen. Was danach kam ist nicht mehr interessant, ich habe es verdrängt, ich kann mich nicht mehr daran erinnern, es war zu tragisch, dass ich es behalten hätte. Ich erinnere mich nur, wie er nach hause gefahren ist, gesagt hat "Wir sehen uns demnächst mal" und wir danach nie wieder ein Wort geredet haben. Oder uns gesehen haben. Oder etwas voneinander gehört haben. Ich war zu verletzt, ihm war ich wohl zu wenig wichtig, als dass er sich bei mir melden wollte. 

Als er nichts gesagt hat heute, habe ich mich umgedreht, bin zu ihm hingelaufen, habe mich vor ihn gestellt. Er hat mich peinlich berührt angeschaut und gesagt "Ich habe dich gar nicht gesehen." Ich habe ihn damals als den sensibelsten Menschen kennengelernt, der mir je begegnet ist. Wenn ich jetzt an unsere Gespräche denke, an seine Worte und Sätze und seine sanfte Art, ihn mit dem Menschen vergleiche, der mir heute begegnet ist, dann frage ich mich, welche der beiden Personen er wirklich ist.

Das war eine traurige Erinnerung in diesem Jahr und die, an die ich mich am meisten erinnern kann, an die ich noch immer viel denke. Wenn ich heute um Mitternacht, wenn das neue Jahr beginnt, dem jetzt wichtigsten Menschen meines Lebens in die Arme falle und ihm ein frohes Neues wünsche, möchte ich, dass diese Geschichte wie ein Feuerwerk am Himmel explodiert und nie wieder in meine Gedanken zurückkehrt. So wie er mich verdrängt hat.

Prost. Und guten Rutsch.

31.12.09 15:34


Werbung


Das erste Mal...

Mittwoch, 30.12.2009, es ist 17:12.

Das wird jetzt mein erster Eintrag. 

Aller Anfang ist schwierig, ich glaube, das ist beim Bloggen nicht anders. Aber es gibt sicherlich lauter spannende, freudige oder auch wehmütige Erinnerungen, wenn man sich später seine Einträge durchliest. Das ist für mich der Grund, warum ich jetzt anfange zu Bloggen.

Damit ich für mich jetzt einen Ort habe, Gedanken aufzurschreiben und später einen Ort habe, an dem ich mich an das Geschriebene erinnern kann.

Und um ein paar fremde Gedanken zu meinen zu bekommen. Oftmals ist es nämlich faszinierend, wie verschieden Personen etwas wahrnehmen. Auch können fremde Ansichten helfen, die eigene besser zu verstehen. Darauf freue ich mich, viele oder vielleicht auch wenige Meinungen zu bekommen. 

Ich glaube, man lernt aus nichts so sehr, wie aus eigenen Erfahrungen.

30.12.09 17:19



_________________________________
Design // Host
Gratis bloggen bei
myblog.de